Kommanditist - Alles was du als Unternehmer wissen solltest (2022)

Kommanditist: Gesellschafter der Kommanditgesellschaft (KG)

Um eine Kommanditgesellschaft (KG) zu gründen sind zumindest ein Komplementär und ein Kommanditist notwendig. Dies regelt das Handelsgesetzbuch (HGB). Das bedeutet, die KG-Gründung bedarf zweier verschiedener Gesellschafterformen.

Kommanditist -Alles wasdu als Unternehmer wissen solltest (1)

Der Grund ist, dass der Kommanditist der an der Gesellschaft beteiligt ist, nur bis zur Höhe seiner geleisteten Vermögenseinlage gegenüber den Gläubigern des Unternehmens haftet im Gegensatz zum Komplementär, der auch mit seinem privaten Vermögen und der Geschäftseinlage haftet. Eben hier besteht der gravierende Unterschied zwischen den beiden Gesellschafterformen in der KG. Das ist auch der größte Unterschied zu einer verwandten Gesellschaftsform, der OHG. Bei letzter haften alle Gesellschafter vollumfänglich, auch mit Privatvermögen.

(Video) Endspurt zur Bilanzbuchhalterprüfung (Aufgabenstellung 3). Das solltest du alles wissen! Teil 1 EStG

Der Kommanditist der KG hingegen funktioniert, neben der teilweisen Haftung, vor allem als Kapitalgeber für die Personengesellschaft. Die Vermögenseinlage, die er tätigt, erhöht das Eigenkapital der KG und wird im Handelsregister eingetragen. Als Synonym für diese Kapitaleinlage werden auch die Begriffe Kommanditeinlage oder Hafteinlage verwendet. Die Höhe, in der die Haftung beschränkt ist, muss im Gesellschaftsvertrag exakt eingetragen sein sowie im Handelsregister eingetragen werden. Bei Nicht-Erbringung dieser Leistungen wird der betroffene Gesellschafter wie ein Komplementär behandelt, sodass er unbeschränkt haftet.

Sonderform GmbH & Co. KG

Eine Sonderform der KG ist die GmbH & Co. KG. Hierbei lagern die Komplementäre die persönliche Haftung nicht an einen Kommanditisten aus, sondern übergeben diese Haftung an eine Gesellschaft, die GmbH. Diese dient mit ihrer Haftungsbeschränkung als eine Art Hafter mit doppeltem Boden. Die Komplementäre haften nicht mit Privatvermögen, die GmbH ebenfalls nicht, da sie als juristische Person kein Privatvermögen besitzt. In der Regel wird das Umlaufvermögen der GmbH eingelegt. Auch diese Konstruktion ist im HGB, dem Handelsgesetzbuch, geregelt.

Der Kommanditist: Er ist lediglich ein Geldgeber für das Unternehmen

Der Kommanditist fungiert in der Regel lediglich als Geldgeber der Kommanditgesellschaft und das bedeutet, dass für ihn keine aktive Teilnahme am Geschäftsverkehr vorgesehen ist. Die KG hat aufgrund der Möglichkeit, sich ohne die ansonsten damit verbundenen Risiken an einer Personengesellschaft beteiligen zu können, einen bedeutenden Stellenwert in der deutschen Unternehmenslandschaft eingenommen. Nicht nur im klassischen Produktions- und Dienstleistungsbereich spielen die Kommanditgesellschaften eine wichtige Rolle, sondern oftmals dienen sie auch als Kapitalsammelstellen. Beispielsweise werden Flugzeug-, Schiffs- und Immobilienbeteiligungsmodelle in der Rechtsform einer KG strukturiert. Der Anleger profitiert dann in dem Fall einerseits durch die beschränkte Haftung (aufgrund seiner Einlage) und auf der anderen Seite davon, dass die Verlustzuweisung, die für diese Anlageform so wichtig ist, direkt an den Kommanditisten erfolgt. In dieser Form der KG sind oftmals sehr viele Kommanditisten zu finden, die sich weder untereinander kennen, noch jemals miteinander in Kontakt treten werden.

Wann haftet der Kommanditist unbeschränkt?

Die Haftung der Kommanditisten ist gesetzlich genau geregelt. Ein Kommanditist (Teilhafter) haftet bei Verlusten anders als ein Komplementär (Vollhafter) nur mit seiner Einlage. Er haftet also nicht mit seinem Privatvermögen. Diese Haftungsbegrenzung schützt das Privatvermögen des Kommanditisten aber nur dann, wenn dieser seine Einlage auch tatsächlich erbracht hat. Falls er das nicht getan hat, haftet er auch mit seinem privaten Vermögen für die Schulden seiner Gesellschaft und zwar maximal bis zur Höhe seiner Einlage. Auch dann, wenn die Einlage nur teilweise erbracht wird, besteht eine persönliche Haftung hinsichtlich des noch offenen Betrags.

(Video) Die passende Rechtsform für dein Unternehmen

Er ist haftungstechnisch also erst dann voll geschützt, wenn er seine Einlage in der Höhe, die im Handelsregister ausgewiesen ist, erbracht hat. Nur in diesem Fall ist ausgeschlossen, dass er für Verbindlichkeiten der Gesellschaft geradestehen muss.

Wann haften Kommanditisten wie Komplementäre?

Vor der Eintragung in das Handelsregister gilt: Der Kommanditist haftet wie ein Komplementär (also unbeschränkt), sofern er zugestimmt hat, dass die Geschäfte bereits vor der Eintragung aufgenommen werden. Diese Regelung dient dem Schutz der Gläubiger. Andernfalls könnten die Geschäftspartner der KG nicht erkennen und wissen, dass der künftige Kommanditist lediglich beschränkt haften soll.

Dieser Punkt wird bei der Gründung der beliebten Rechtsform einer GmbH & Co. KG oft übersehen. Die Gesellschafter nehmen oft fälschlicherweise an, dass ihr wirtschaftliches Engagement über die Leistung der Einlage nicht hinausgeht. Dabei wird nicht erkannt, dass man auch als Kommanditist von einer Außenhaftung betroffen sein kann. Das gilt besonders vor dem Eintrag der Gesellschaft in das Handelsregister, wenn der Vertragspartner nicht wusste, dass ein Gesellschafter lediglich ein (beschränkt haftender) Kommanditist ist.

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(Video) #Komplementär in KG - Definition, Unterschied zu #Kommanditist & Haftung | Einfach erklärt!

Der Kommanditist wird in das Handelsregister eingetragen

Wird eine Kommanditgesellschaft gegründet, dann wird jeder einzelne Kommanditist mit Namen und der Höhe seiner Einlage in das Handelsregister eingetragen. Doch hier werden nicht, wie bei der OHG, die Namen der Kommanditisten veröffentlicht. Gläubiger, die wissen möchten, wie die Namen der einzelnen Kommanditisten lauten, müssen sich im Handelsregister informieren. Einen Zugriff auf die Privatvermögen der Kommanditisten hätte ein Gläubiger allerdings in keinem Fall.

Bei der Gründung der Gesellschaft bzw. bei Eintritt in die KG, muss jeder Kommanditist eine Einlage in das Gesellschaftskapital vornehmen. Was die zu erbringende Einlage angeht, so muss hier zwischen der sogenannten Hafteinlage und der Pflichteinlage unterschieden werden.

  • Die Hafteinlage: Das ist die Einlage, die beiden Gläubigern für die Verbindlichkeiten der KG haftet
  • Die Pflichteinlage: Dabei handelt es sich um den Betrag, der zwischen den Gesellschaftern der KG vereinbart wurde um im Gesellschaftsvertrag niedergeschrieben ist.

Allerdings stimmen in der Regel diese beiden Einlagen überein. Es kann aber durchaus vorkommen, dass die Gesellschafter eine höhere Einlage vereinbaren, als die, die im Handelsregister eingetragen wird. Sollte dieser Fall eintreten, dann übersteigt die Pflichteinlage die Hafteinlage. Wie hoch die Pflichteinlage ist, kann der Bilanz oder dem Gesellschaftsvertrag entnommen werden.

Der Kommanditist unterliegt keinem Wettbewerbsverbot

Der Kommanditist unterliegt im Gegensatz zum Komplementär nicht dem Wettbewerbsverbot. Das bedeutet, dass sich ein Kommanditist an mehreren Gesellschaften beteiligen kann, die alle demselben Geschäftszweck aufweisen. Selbst dann, wenn diese im direkten Wettbewerb stehen erwächst daraus kein Problem. Denn der Kommanditist hat keinen Einfluss auf das operative Geschäft der verschiebenden Gesellschaften. Dennoch unterliegt der Kommanditist einer strengen Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft. Das bedeutet, er muss gegenüber der Gesellschaft für einen entstandenen Schaden haften, sollte er beispielsweise Geschäftsgeheimnisse bei der Konkurrenz ausplaudern. Doch es kann auch sein, dass in dem Gesellschaftervertrag abweichende Bestimmungen vereinbart werden, wie beispielsweise ein allgemeines Wettbewerbsverbot für alle Kommanditisten. Eine solche Regelung macht vor allem dann Sinn, wenn der Kommanditist in Ausnahmefällen an der Geschäftsführung teilnimmt.

(Video) Die GmbH & Co. KG

Die Geschäftsführung obliegtdem Komplementär

Was die Geschäftsführung der Kommanditgesellschaft angeht, so obliegtdiesem ausschließlich dem Komplementär. Der Kommanditist ist in den meisten Fällen von der aktiven Teilnahme von den geschäftlichen Handlungen ausgeschlossen. Zudem ist es dem Kommanditisten nicht erlaubt, dem Komplementär bei seinen Entscheidungen über die tägliche Geschäftsführung zu widersprechen. Nur dann wenn es um die Vornahme „außergewöhnlicher Geschäfte“ geht, darf der Kommanditist Widerspruch einlegen. Dazu gehören beispielsweise die Eröffnungen von Zweigstellen, die Ersteigerung von Grundstücken oder die Übertragung von Geschäftsvermögen auf eine dritte Person. Ebenfalls ist der Kommanditist nicht berechtigt, die Gesellschaft nach außen zu vertreten, dieses Recht kann ihm lediglich durch eine Vollmacht für bestimmte Rechtsgeschäfte zugesprochen werden. Diese Vollmacht, kann entweder für ein Einzelgeschäft oder in Form einer Dauervollmacht ausgestellt werden, bei der es sich dann um eine Prokura oder Handlungsvollmacht handelt.

Jedoch stehen dem Kommanditisten nach HGB Kontrollrechte zu, die allerdings sehr beschränkt ausfallen, ebenso wie bei den Kontrollrechten der Gesellschafter für andere Personengesellschaften.

Die Rechte des Kommanditisten

  • Die Richtigkeit des Jahresabschlusses zu prüfen, indem er sich Einsicht in die Geschäftsbücher verschafft.
  • Er kann eine schriftliche Mitteilung des Jahresabschlusses verlangen.

Per Gerichtsbeschluss können die Kontrollrechte sogar erweitert werden, doch dafür muss ein nachweislicher Grund vorliegen. Zudem ist es auch möglich, die Kontrollrechte bereits im Gesellschaftervertrag zu erweitern oder sogar einzuschränken. Was die Verteilung des Gewinns oder Verlusts der KG angeht, so wird diese sehr ausführlich im Gesellschaftervertrag geregelt.

FAQs

Welche Pflichten hat der Kommanditist? ›

Neben dem Recht, bei der Feststellung des Jahresabschlusses mitzuwirken, hat der Kommanditist Recht auf abschriftliche Mitteilung des Jahresabschlusses (Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung) durch die Gesellschaft (§ 166 Abs. 1 Hs. 1 HGB).

Welche Rolle hat ein Kommanditist? ›

Als Kommanditist wird ein Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft bezeichnet, der eine im Handelsregister eingetragene Einlage in die KG leistet und nur bis zur Höhe dieser Einlage für Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet. Ihm gegenüber steht der Komplementär, der mit seinem gesamten Vermögen haftet.

Ist ein Kommanditist ein verbundenes Unternehmen? ›

KGs sind verbundene Unternehmen, weil A die Komplementär- GmbH beherrscht und die Kommanditisten nach dem Leitbild des § 164 HGB von der Geschäftsführung und den gewöhnlichen Geschäftsführungsentscheidungen ausgeschlossen sind. Die breite Streuung steht zudem einer Bündelung der Kräfte entgegen.

Bin ich als Kommanditist selbständig? ›

Mitarbeitende Kommanditisten aufgrund Gesellschaftsvertrag

Kommanditisten der genannten Art sind keine Arbeitnehmer, sondern selbstständige Mitunternehmer.

Was darf ein Kommanditist nicht? ›

(1) Der Kommanditist ist berechtigt, die abschriftliche Mitteilung des Jahresabschlusses zu verlangen und dessen Richtigkeit unter Einsicht der Bücher und Papiere zu prüfen. (2) Die in § 118 dem von der Geschäftsführung ausgeschlossenen Gesellschafter eingeräumten weiteren Rechte stehen dem Kommanditisten nicht zu.

Welche Vorteile hat ein Kommanditist? ›

Zu den klaren Vorteilen einer KG zählen z.B. folgende Punkte:
  • Kein Mindestkapital nötig.
  • Kommanditisten haften nur bis zur Höhe ihrer Einlage bzw. ...
  • Hohe Kreditwürdigkeit.
  • Komplementäre haften unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen.
  • Eintragung im Handelsregister notwendig.
Oct 19, 2017

Hat der Kommanditist Mitspracherecht? ›

Nachdem der Kommanditist schon keine Mitspracherechte hat, werden ihm zumindest Kontrollrechte eingeräumt (§ 166 HGB), z.B. erhält er auf Anfrage eine Kopie des Jahresabschlusses und er hat das Recht, Einsicht in die Bücher (in die Buchhaltung) zu nehmen.

Welche Arten von KG gibt es? ›

Im Unterschied zur offenen Handelsgesellschaft und zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts gibt es zwei verschiedene Arten von Gesellschaftern: die Kommanditisten und die Komplementäre.

Wie haftet der Kommanditist? ›

Der Kommanditist haftet persönlich, also mit seinem privaten Vermögen, ebenso wie der "persönlich" haftende Gesellschafter. Die Haftung des Kommanditisten ist gegenständlich unbeschränkt, er haftet also mit seinem gesamten Vermögen. Sie ist primär, also nicht subsidiär zur Haftung der Gesellschaft.

Was hat ein Kommanditist für Einkünfte? ›

Die Gewinnanteile eines Kommanditisten gehören zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG).

Wann muss Kommanditist Einlage leisten? ›

Die Einlagepflicht im Innenverhältnis ist eine Pflichteinlage, die vertraglich im Gesellschaftsvertrag geregelt ist. Die Pflichteinlage kann man, muss man aber nicht in Form einer Geldsumme leisten. Möglich ist beispielsweise ebenso die Leistung von Diensten oder die Einbringung von Gegenständen.

Kann der Kommanditist Geschäftsführer sein? ›

Die Kommanditgesellschaft - Geschäftsführung

Der Kommanditist ist von der Geschäftsführung ausgeschlossen (§ 164 S. 1 Hs. 1 HGB). Nach der dispositiven gesetzlichen Regelung bleibt lediglich ein Recht auf Zustimmung für außergewöhnliche Geschäfte (§ 164 S.

Kann ein Kommanditist Gehalt beziehen? ›

Als Geschäftsführer einer UG müssen Sie kein Gehalt beziehen. Als Kommanditist erhalten Sie jedoch grundsätzlich kein Gehalt von der KG , sondern Sie können lediglich Entnahmen tätigen. Steuerpflichtig sind jedoch nicht die Entnahmen, sondern der Gewinn der KG .

Wie wird Kommanditist besteuert? ›

Grundsätzlich wird die Komplementär-GmbH wie eine GmbH und die GmbH & Co. KG wie eine einfache KG besteuert. Hierbei werden die Gewinne der Kommanditisten (soweit sie natürliche Personen sind) mit der Einkommensteuer belegt und bei der Komplementär-GmbH fällt die Körperschaftsteuer an.

Ist ein Kommanditist sozialversicherungspflichtig? ›

Hingegen unterliegen Kommanditisten der Sozialversicherungspflicht, wenn sie weder aufgrund ihrer Kapitalbeteiligung noch nach den ihnen im Gesellschaftsvertrag eingeräumten Befugnissen maßgeblichen Einfluss in der Kommanditgesellschaft besitzen.

Wie hoch muss die Einlage eines Kommanditisten sein? ›

Für ihre Gründung ist ein Mindeststammkapital von 25.000 € verpflichtend vorgeschrieben, das mindestens zur Hälfte mit 12.500 € eingezahlt werden muss (§§ 5 Abs.

Wie viele Kommanditisten darf eine KG haben? ›

Bei der Gründung einer KG müssen mindestens zwei Gesellschafter (ein Komplementär und ein Kommanditist) vorhanden sein. Als Komplementäre und als Kommanditisten kommen natürliche und juristische Personen und Personengesellschaften in Betracht.

Was ist eine KG leicht erklärt? ›

Bei einer Kommanditgesellschaft, kurz KG, schließen sich mindestens zwei Personen zusammen, um gemeinsam ein Handelsgewerbe zu betreiben. Die KG gehört zur Gruppe der Personengesellschaften und kann von zwei oder mehr natürlichen oder juristischen Personen gegründet werden.

Wie viel kostet eine KG? ›

Für eine erstmalige Eintragung einer KG entstehen Kosten in Höhe von 100 Euro (für bis zu drei Gesellschafter). Für jeden weiteren Gesellschafter berechnet das zuständige Gericht eine zusätzliche Gebühr von 40 Euro.

Wer führt die Geschäfte bei einer KG? ›

Der Komplementär führt die Geschäfte, während die Kommanditisten generell von der Geschäftsführung ausgeschlossen sind. Des Weiteren vertritt der Komplementär die Kommanditgesellschaft nach außen, während die Kommanditisten auch von der Vertretungsmacht generell ausgeschlossen sind.

Wie wird eine KG besteuert? ›

Die KG ist gewerbesteuerpflichtig und umsatzsteuerpflichtig. Entsprechend kann sie auch die Vorsteuer in ihrer Umsatzsteuervoranmeldung geltend machen. Die Einnahmen ihrer Gesellschafter unterliegen der Einkommensteuerpflicht.

Welche Rechte und Pflichten haben die Gesellschafter der KG? ›

Treuepflicht. Aus der Treuepflicht wird abgeleitet, dass ein Gesellschafter nicht nur zur Mitwirkung im Hinblick auf den Gesellschaftszweck verpflichtet ist, sondern auch seine Gesellschafterrechte aktiv wahrzunehmen hat. Darüber hinaus muss er alles unterlassen, was der KG Schaden zufügen könnte.

Wann haften Kommanditisten voll? ›

Solange die Kommanditgesellschaft noch nicht im Handelsregister eingetragen wurde, haftet der Kommanditist nach § 176 Abs. 1 S. 1 HGB unbeschränkt für die Gesellschaftsschulden, sofern er der Aufnahme der Geschäfte zugestimmt hat.

Wie haftet der Kommanditist? ›

Der Kommanditist haftet persönlich, also mit seinem privaten Vermögen, ebenso wie der "persönlich" haftende Gesellschafter. Die Haftung des Kommanditisten ist gegenständlich unbeschränkt, er haftet also mit seinem gesamten Vermögen. Sie ist primär, also nicht subsidiär zur Haftung der Gesellschaft.

Hat der Kommanditist Mitspracherecht? ›

Nachdem der Kommanditist schon keine Mitspracherechte hat, werden ihm zumindest Kontrollrechte eingeräumt (§ 166 HGB), z.B. erhält er auf Anfrage eine Kopie des Jahresabschlusses und er hat das Recht, Einsicht in die Bücher (in die Buchhaltung) zu nehmen.

Was darf ein Gesellschafter nicht? ›

Pflicht zur Einhaltung des Wettbewerbsverbots. Grundsätzlich darf in der Satzung einer GmbH ein Wettbewerbsverbot vereinbart werden, d. h. einem Gesellschafter kann untersagt werden, sich an einem Konkurrenzunternehmen zu beteiligen oder ein solches zu gründen.

Was darf ein Komplementär nicht? ›

Einem Vollhafter ist es verboten, ohne Einwilligung der anderen Gesellschafter im eigenen Unternehmen Geschäfte auf eigene Rechnung zu machen. Des Weiteren darf er sich nicht an einer gleichartigen Gesellschaft als persönlich haftender Gesellschafter beteiligen.

Wer hat in einer KG das sagen? ›

Die Kommanditgesellschaft: Der Komplementär entscheidet.

Wie hoch muss die Einlage eines Kommanditisten sein? ›

Für ihre Gründung ist ein Mindeststammkapital von 25.000 € verpflichtend vorgeschrieben, das mindestens zur Hälfte mit 12.500 € eingezahlt werden muss (§§ 5 Abs.

Sind Kommanditisten Geschäftsführer? ›

Kommanditisten: Ausschluss von der Geschäftsführung. Die Kommanditisten sind von der Geschäftsführung der KG und der Vertretung der Gesellschaft im Außenverhältnis ausgeschlossen und besitzen auch kein Entscheidungsrecht. Die Komplementäre müssen die Kommanditisten nicht mitbestimmen lassen.

Wie Scheidet ein Kommanditist aus? ›

Der Austritt eines Kommaditisten aus der KG muss stets schriftlich erfolgen. Scheidet der Kommanditist aus der KG aus, so muss seine Haftung mit dem Ausscheiden schriftlich beendet werden. Die Vorlage für den Austritt eines Kommanditisten klärt auch die Frage der Abfindung und des Wettbewerbsverbotes.

Was ist bei einer KG zu beachten? ›

Der Gesellschaftsvertrag für die Gründung einer KG sollte mindestens die folgenden Punkte enthalten:
  • Name und Adresse der Gesellschafter.
  • Zweck der Gesellschaft.
  • Namen und Sitz der Gesellschaft.
  • Beginn und Dauer der Gesellschaft.
  • Die Gesellschafter (wer ist Komplementär, wer ist Kommanditist) und die Höhe ihrer Einlagen.

Wie viele Kommanditisten darf eine KG haben? ›

Bei der Gründung einer KG müssen mindestens zwei Gesellschafter (ein Komplementär und ein Kommanditist) vorhanden sein. Als Komplementäre und als Kommanditisten kommen natürliche und juristische Personen und Personengesellschaften in Betracht.

Wann muss Kommanditist Einlage leisten? ›

Die Einlagepflicht im Innenverhältnis ist eine Pflichteinlage, die vertraglich im Gesellschaftsvertrag geregelt ist. Die Pflichteinlage kann man, muss man aber nicht in Form einer Geldsumme leisten. Möglich ist beispielsweise ebenso die Leistung von Diensten oder die Einbringung von Gegenständen.

Was hat ein Kommanditist für Einkünfte? ›

Die Gewinnanteile eines Kommanditisten gehören zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG).

Kann ein Angestellter gleichzeitig Kommanditist sein? ›

Vor ein paar Jahren war das nicht so, jedoch sollen sich jetzt die Gesetze entsprechend geändert haben, dass man nicht mehr gleichzeitig sozialversicherungspflichtig angestellt und Kommanditist sein darf.

Kann ein Kommanditist die Geschäfte einer KG führen? ›

Die Kommanditisten sind von der Führung der Geschäfte der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie können einer Handlung der Komplementäre nicht widersprechen, es sei denn, dass die Handlung über den gewöhnlichen Betrieb des Handelsgewerbes der Gesellschaft hinausgeht, also ein ungewöhnliches Geschäft darstellt.

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Author: Horacio Brakus JD

Last Updated: 11/30/2022

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